Zentrale Bahnstrecke in Bayern wird saniert: Massive Auswirkungen für tausende Menschen

Stand: 14.10.2026, 13:12 Uhr

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Fünf Monate lang gesperrt: Ab Februar 2027 rollt zwischen Rosenheim und Freilassing kein Regionalzug mehr. 72 Busse und ein neuer Expresszug sollen die täglich 15.000 Fahrgäste auffangen.

München – Rund fünf Monate lang werden auf einer der wichtigsten Bahnstrecken Bayerns keine Züge rollen. Zwischen Rosenheim und Freilassing steht von Anfang Februar bis Anfang Juli 2027 eine umfassende Streckensperrung bevor. Hintergrund ist eine großangelegte Korridorsanierung der Deutschen Bahn. DB InfraGO will die 82 Kilometer lange Strecke vom 7. Februar spätabends bis zum 9. Juli 2027 vollständig sperren. Das Netz zwischen Rosenheim und Salzburg sei in die Jahre gekommen, sagte Projektleiter Christian Tradler. Die Erneuerung soll „in einem Rutsch“ erfolgen. Das Investitionsvolumen beträgt 850 Millionen Euro. Modernisiert werden unter anderem Bahnhöfe und fünf Stellwerke, erneuert werden 40 Kilometer Gleise sowie 100 Kilometer Oberleitung. Zudem werden vier Brücken saniert.

Bahngleise

In Bayern wird eine zentrale Bahnstrecke saniert. © Marcus Brandt/dpa

Zentrale Bahnstrecke in Bayern wird saniert: Massive Auswirkungen für tausende Menschen

Täglich sind auf der Strecke bis zu 15.000 Fahrgäste mit dem Regionalzug unterwegs, wie die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) mitteilt. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, hat die BEG ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept entwickelt. Der Freistaat Bayern trägt dabei Zusatzkosten von rund 16 Millionen Euro – zuzüglich der Anteile von Bund und DB InfraGO. Als wichtigste Ausweichlösung im Regionalverkehr bestellt die BEG eine neue Zugverbindung: Der RE 45 fährt über Mühldorf und verbindet München Hauptbahnhof und Freilassing – mit Halt nur in München Ost und Mühldorf. Die Fahrzeit beträgt rund eine Stunde und fünfzig Minuten, der Zug verkehrt im Zwei-Stunden-Takt. Zwischen Freilassing und Salzburg stehen zusätzliche Pendelzüge bereit. Den RE 45 betreiben die Südostbayernbahn (SOB) und die Bayerische Regiobahn (BRB) gemeinsam.

Fernverkehr weicht über Passau aus

Parallel dazu kommen insgesamt 72 Busse zum Einsatz, die rund vier Millionen Buskilometer abdecken – mehr als dreimal so viele wie die wegfallenden Zugkilometer. Als Expresslinie fährt der Bus X5 über die Autobahn 8 zwischen Rosenheim, Traunstein, Teisendorf und Freilassing. Weitere Buslinien bedienen auch kleinere Haltepunkte abseits der Autobahn, wie Markus Egger von der BEG erläuterte. Auch ICE- und EC-Züge zwischen München und Wien werden umgeleitet – sie fahren über Passau und halten dann nicht in Salzburg. Der EC zwischen Frankfurt, München und Graz entfällt auf dem Abschnitt Rosenheim–Salzburg. Einzelne Ersatz-EC-Züge fahren über Mühldorf beziehungsweise Wörgl. Auch der Nightjet und der Güterverkehr nutzen Umleitungen über Passau oder Wörgl.

Zusätzlich kommt es auf angrenzenden Regionallinien zu Einschränkungen. Der RE 3 München–Passau fährt zwischen München und Plattling nur noch alle zwei Stunden. Die Linien RB 52 und RB 59 fallen während der gesamten Sanierungszeit vollständig aus und werden durch Busse ersetzt. „Wir haben uns intensiv vorbereitet und viel Planungsarbeit in das Ersatzkonzept gesteckt“, sagte BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter ergänzte: „Deshalb nehmen wir viel Geld in die Hand, um den Fahrgästen einen möglichst adäquaten Ersatz bieten zu können.“ (Quelle: dpa, Pressemitteilung Bayerische Eisenbahngesellschaft) (lso)