Zentrum für Biophysik: 49-Millionen-Euro-Bau: Neues Forschungsgebäude an Saarbrücker Uni übergeben

Zentrum für Biophysik 49-Millionen-Euro-Bau: Neues Forschungsgebäude an Saarbrücker Uni übergeben

Saarbrücken · Es ist am Saarbrücker Campus künftig das modernste Forschungsgebäude: das neue Zentrum für Biophysik (TBP), das wegen seiner güldenen Fassadenteile schon mal „Gucci-Bau“ genannt wird. Ein Rundgang im Inneren zeigt die Vorzüge des 49 Millionen-Euro-Baus.

23.09.2026 , 20:00 Uhr

Das neue Forschungsgebäude, unterhalb der Saarbrücker Mensa und ihr gegenüber gelegen, abendlich illuminiert.  Foto: Marco Kany/MIBS

Das neue Forschungsgebäude, unterhalb der Saarbrücker Mensa und ihr gegenüber gelegen, abendlich illuminiert. Foto: Marco Kany/MIBS

Foto: Marco Kany/MIBS/Marco Kany

Es war ein Rundgang so ganz nach dem Geschmack von SPD-Baustaatssekretär Torsten Lang. Denn das millionenschwere Forschungsgebäude des Saarbrücker Zentrums für Biophysik (ZBP), das Ende des Monats vom Land an die Uni übergeben wird, kann sich wahrlich sehen lassen.

Doch nicht nur das: Wenn man weiß, dass die experimentellen und theoretischen Physiker, die hier künftig unter allermodernsten Bedingungen forschen, bislang über den gesamten Campus verteilt sind (und das in teils sanierungs- wenn nicht abrisswürdigen Trakten), wird klar: Der Sprung, den man mit dem ZBP macht, er ist immens. Bestens ausgestattete Labore für chemische, biologische und physikalische Zwecke mit „Großgeräten der neuesten Generation“. Das Land hat sich nicht lumpen lassen.

49 Millionen Euro an Gesamtkosten, 20 vom Bund

49 Millionen Euro (20 Millionen davon trug der Bund) hat der Neubau gekostet. Dass die Hälfte des Gesamtbudgets auf Technikkosten entfiel, wird leichter verständlich, wenn der Rundgang durch das zum Teil viergeschossige ZBP mit seinen 4.000 Quadratmetern Nutzfläche zuletzt ins Untergeschoss führt. Über die gesamte Gebäudelänge eine ganze Phalanx aus Zu- und Abluftanlagen, die die Labore im Sommer mit gekühlter und im Winter mit erwärmter Luft versorgen (konstante Raumtemperatur 22 Grad). Dazu Rohr- und Leitungssysteme, soweit das Auge reicht. Der Baustaatssekretär macht gleich mal ein Foto von einem besonders beeindruckenden Leitungsstrang. Der Grund für den technischen Aufwand sind die extrem komplexen Anforderungen, die an das Belüftungssystem der weit mehr als 30 Laborräume gestellt werden. Sprich die Regulierung von Zu- und Abluft und des Unterdrucks in den Laboren, damit keine schadstoffbelastete Abluft in andere Räume gelangt.

Neun Lehrstühle, 130 Forschende, zehn Arbeitsgruppen

Dass sich auf der Übersichtstafel neben dem Fahrstuhl im großzügigen Foyer, die den Weg zu den neun Lehrstühlen weist, auch der Name von Universitätspräsident Ludger Santen findet, erinnert daran, dass der theoretische Physiker Santen hier mit einzöge, wäre er nicht mittlerweile gewissermaßen oberster Hausherr hier. Auch wenn die „Aufenthalts- und Kommunikationszonen“ für die rund 130 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die bald einziehen, noch nicht eingerichtet sind, ist auch so auszumachen, dass im Inneren viel Wert auf den Wohlfühlfaktor gelegt wird. Getreu der bekannten Forscherweisheit, dass beim Kaffeeplausch die besten Ideen entstehen. Der vom Münchner Büro „NOVA Michael Beck Architekten“, dem Sieger des Architektenwettbewerbs, realisierte Bau besticht durch großzügige Sitzgruppen im lichtdurchfluteten Treppenhaus, zwei begrünte Innenhöfe und eine splendide Dachterrasse.

Stärkung des Saarbrücker BioMed-Schwerpunktes

Wissenschaftlich wird am ZBP der Brückenschlag zwischen Physik und Biologie gelebt. Plus der mit der Medizin. Der BioMed-Schwerpunkt der Universität soll dadurch gestärkt werden. Dass das ZBP „interfakultär“ ausgerichtet ist, heißt konkret, dass Haus und Labore auch den Homburger Medizinkollegen offenstehen soll. Inhaltlich wird es darum gehen, ein tieferes Verständnis intrazellularer Transport- und Signalprozesse und der physikalischen Prinzipien dahinter zu erlangen.

Dass der Bau drei Jahre nach Grundsteinlegung nun nahezu „just in time“ an die Uni übergeben wird, vergaß Torsten Lang nicht zu erwähnen. Wie auch, dass das Land seit 2022 – sprich seit SPD-Alleinregierung – „180 Millionen Euro für Baumaßnahmen an der Universität verausgabt hat“.