Zollkonflikt: USA kündigen Einfuhrverbot für einige kanadische Waren an
Zollkonflikt USA kündigen Einfuhrverbot für einige kanadische Waren an
Washington/Ottawa · Schlag auf Schlag geht es im Zollkonflikt zwischen den USA und Kanada weiter. Nach den jüngsten Zöllen aus Ottawa kommt prompt eine Antwort aus Washington.
09.09.2026 , 02:47 Uhr
Die Nachbarländer Kanada und USA stecken in einem Handelsstreit fest. (Archivbild)
Foto: Gene J. Puskar/AP/dpa
Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada hat die Regierung in Washington Einfuhrverbote für bestimmte Produkte aus dem Nachbarland angekündigt. Einige Molkereiprodukte, alkoholische Getränke und Motorräder sollen ab dem 29. September nicht mehr in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen, wie aus Dekreten von US-Präsident Donald Trump hervorging. Es gehe dabei um einen Warenwert im einstelligen Milliarden-Dollar-Bereich, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter.
Mit den neuen Maßnahmen erhöht Washington den Druck, um Ottawa in dem schwelenden Zollstreit zum Einlenken zu bewegen.
Wie aus Dokumenten des Weißen Hauses hervorgeht, geht es unter anderem um Motorräder und Mopeds sowie bestimmte Weine, Biere, Wodka und Schnäpse. Betroffen sind auch einige Molkereiprodukte wie etwa Molkenprotein, das beim Aufbau von Muskeln unterstützen kann. Nur wenige Stunden zuvor hatte Trump zudem das Beschaffungswesen von US-Behörden angewiesen, künftig keine kanadischen Produkte mehr zu beziehen.
Zuvor war Zollstreit eskaliert
In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) waren kanadische Gegenzölle auf US-Importe in Kraft getreten. Betroffen sind Produkte aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik. Dabei geht es um bis zu 50 Prozent, die auf US-Einfuhren aufgeschlagen werden. Kanadischen Angaben nach geht es um Waren im Wert von 27,6 Milliarden kanadische Dollar.
Die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada waren zuvor gescheitert. Die USA hatten danach im August Zölle von bis zu 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden US-Dollar verhängt - darunter etwa Hockeyschläger, Möbel, Honig und Wein.
US-Beamter: Trump hält an Auto-Zöllen ab 1. Januar fest
Trump hat zudem heftige Zölle in Höhe von 50 Prozent auf Autos, große und kleine Lastwagen, Autoteile und Stahl ab dem 1. Januar 2027 angedroht, sollten beide Seiten nicht zu einem Deal zusammenfinden. Zumindest mit Blick auf den Autosektor habe sich die Position des Präsidenten trotz der jüngsten Importverbote nicht geändert, verlautete aus dem Weißen Haus.
Eine solche Maßnahme würde den Autohandel zwischen beiden Nationen tiefgreifend belasten: 85 Prozent aller aus Kanada exportierten Autos gingen 2024 in die Vereinigten Staaten. Trump begründet seine Zölle unter anderem damit, dass Kanada die Vereinigten Staaten seit Jahren „ausbeute“. Er behauptete, dass sein Land nicht auf den Handel mit dem Nachbarn angewiesen sei. Dabei ist Kanada laut US-Daten derzeit der zweitgrößte Handelspartner der USA.
Zugleich hieß es am Dienstag, dass US-Vertreter in den vergangenen Tagen weiter mit dem kanadischen Handelsminister Dominic LeBlanc im Gespräch gewesen seien. „Ich glaube, dass es auf kanadischer Seite Interesse daran gibt, einen alternativen Weg zu finden, und wie immer bleiben wir offen dafür“, betonte der US-Beamte.
Im Zollzwist kam Trump auch noch auf andere Ideen
Aus Ärger über den unnachgiebigen Nachbarn hatte Trump auch die Umbenennung des Grenzsees Lake Ontario in „Lake America“ verfügt. Er begründete den Schritt zu Beginn damit, dass die USA „nicht mehr damit rechnen, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social über Kanadas bevölkerungsreichste Provinz, die wirtschaftlich eng mit den USA verflochten ist.
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