Wie lange bleiben Sie noch bei YB, Alvyn Sanches? (B+)

Keiner verkörpert die Leichtigkeit und die Schönheit des Fussballspiels in der Schweiz wie Alvyn Sanches (23). Vielleicht mit Ausnahme des Matches beim FCZ. Dieses fiel genau auf den Deadline Day in den Topligen. Der Tag, an dem klar war, dass der Ausnahmekönner YB mindestens bis im Winter erhalten bleibt. Da stellt sich die Frage: Gabs da einen kausalen Zusammenhang? Sonst aber bestehen die ersten sieben YB-Spiele aus vielen Gemälden von Toren. Aus unglaublichen Statistiken von Sanches, der auch ein exzellenter Balleroberer ist. Auch er kennt diese Zahlen. Aus (nur) drei Toren und vier Assists. Wie lange darf sich der geneigte Fussballfan noch an der Sanches-Ästhetik erfreuen. Sicher ist: maximal bis Ende Saison.

Ist das Nati-Aufgebot für die Nations-League-Spiele schon ins Haus geflattert?
Alvyn Sanches:
Nein, noch nicht.

Haben Sie mit Murat Yakin nach der WM Kontakt gehabt?
Nein. Das letzte Mal war vor der WM.

Aber Sie werden sicher im Team sein – nicht?
Da müssen wir noch abwarten.

Springen wir zu YB: Die Wichtigkeit des Spiels vom Samstag in Lugano ist überragend.
Das sehe ich auch so. Lugano ist in der Tabelle vor uns. Also müssen wir dort den Sieg holen.

Gewinnt Lugano, haben die Tessiner neun Verlustpunkte Vorsprung auf euch. Das wäre gewaltig viel.
Das stimmt. Deshalb ist Verlieren verboten. Das ist das Wichtigste. Aber wir wollen gewinnen.

In Lugano sagen sie: Gegen uns macht YB niemals so viele Tore wie sonst.
Wir haben unseren Spielplan, der vorsieht, oft zu treffen. Aber auch, keine Tore zu erhalten. Wenn man zu null spielt, verliert man nicht.

Das hat erst einmal in dieser Saison funktioniert, beim 6:0 in Thun.
Es sind alle motiviert! Wir gehen dorthin, um zu siegen, aber am Ursprung steht, gut zu verteidigen.

Wie schätzen Sie Lugano ein?
Wer alle Spiele gewonnen hat wie sie, ist voller Selbstvertrauen. Aber auch wir sind ungeschlagen. Deshalb wird es ein sehr schönes Spiel werden.

Wird es wieder ein Spiel im Schnitt der YB-Matches werden? Da fallen ja 5,7 Tore pro Spiel.
Das ist aussergewöhnlich, ja. Aber Lugano kriegt wenig Tore. Ob es so viele sein werden, wird man sehen.

Wie sind Sie mit ihren eigenen Leistungen diese Saison zufrieden?
Ich fühle mich gut. Man kann aber immer mehr machen.

Gegen Luzern haben Sie 61 Pässe gespielt. Davon haben 12 zu einer Torchance geführt. Das ist eine Wahnsinnszahl!
Ja, das habe ich auch gesehen.

Was haben Sie da gedacht?
Dass es gut ist. Aber wir haben das Spiel nicht gewonnen, weshalb ich doch enttäuscht war.

Wie gelingt es YB, fast vier Tore im Schnitt zu erzielen?
Der Coach hat etwas auf die Beine gestellt. Wir sind oft in der Offensive und spielen schnell und direkt nach vorne. So fallen die Tore.

Ich nehme an, dieser Fussball gefällt Ihnen.
Ja. Wir greifen an, immer und immer wieder. Manchmal fast ein bisschen zu viel.

Alvyn Sanches persönlich

Alvyn Antonio Sanches wird am 12. Februar 2003 in Créteil, in den südöstlichen Banlieues von Paris geboren. Er ist kapverdischer Abstammung. Bei Geburt hat er nur den portugiesischen Pass. Den mit dem weissen Kreuz beantragt und erhält er, um für die Schweiz spielberechtigt zu sein. Er wächst in Lausanne auf. Seine Juniorenklubs sind Lausanne Benfica und das Team Vaud. Bei Lausanne-Sport debütiert er unter Trainer Giorgio Contini in der Super League 18-jährig am 15. Mai 2021. Er spielt für die Schweizer U18- bis U21-Nati, bevor er ins A-Team berufen wird. Bei seinem ersten Einsatz im Test in Nordirland reisst er sich am 21. März 2025 das Kreuzband. Im Sommer, mitten in der Reha, wechselt er für rund 5 Millionen Franken von Lausanne zu YB und gibt sein Comeback – wieder unter Contini – am 29. Oktober 2025. Teamkollege Edimilson Fernandes ist ebenso ein Cou-Cousin wie Fifa-Direktor Gelson Fernandes. Seine Bilanz bei YB seit seinem Comeback im Oktober 2025: 41 Spiele, 13 Tore, 10 Assists. In der Nati hat erst drei Testspiele gemacht. Überraschenderweise wurde er für die WM 2026 übergangen.

Alain Kunz

Alvyn Antonio Sanches wird am 12. Februar 2003 in Créteil, in den südöstlichen Banlieues von Paris geboren. Er ist kapverdischer Abstammung. Bei Geburt hat er nur den portugiesischen Pass. Den mit dem weissen Kreuz beantragt und erhält er, um für die Schweiz spielberechtigt zu sein. Er wächst in Lausanne auf. Seine Juniorenklubs sind Lausanne Benfica und das Team Vaud. Bei Lausanne-Sport debütiert er unter Trainer Giorgio Contini in der Super League 18-jährig am 15. Mai 2021. Er spielt für die Schweizer U18- bis U21-Nati, bevor er ins A-Team berufen wird. Bei seinem ersten Einsatz im Test in Nordirland reisst er sich am 21. März 2025 das Kreuzband. Im Sommer, mitten in der Reha, wechselt er für rund 5 Millionen Franken von Lausanne zu YB und gibt sein Comeback – wieder unter Contini – am 29. Oktober 2025. Teamkollege Edimilson Fernandes ist ebenso ein Cou-Cousin wie Fifa-Direktor Gelson Fernandes. Seine Bilanz bei YB seit seinem Comeback im Oktober 2025: 41 Spiele, 13 Tore, 10 Assists. In der Nati hat erst drei Testspiele gemacht. Überraschenderweise wurde er für die WM 2026 übergangen.

Hätten Sie im Sommer gerne ins Ausland gewechselt?
Mein Ziel ist es, irgendwann einen nächsten Schritt zu machen. Aber ich bin bei YB geblieben, was mich auch glücklich macht. Ich habe keine Eile und hier alles, um mich weiterzuentwickeln.

Aber Sie hätten den Klub gewechselt, wenn das richtige Angebot gekommen wäre?
Ich habe mit meinem Berater gesprochen und wir sind übereingekommen, keinen Transfer anzustreben, wenn die richtige Offerte nicht auf dem Tisch ist.

Also gab es kein einziges hundertprozentig überzeugendes Angebot.
Es gab keines, bei dem alles gepasst hat.

Im Spiel in Zürich gegen den FCZ sind Sie blass geblieben. Weil an diesem Tag klar war, dass es mit dem Auslandstransfer diesen Sommer nichts mehr werden würde?
Nein. Das hatte damit nichts zu tun.

Wie sind Sie mit Chief Sports Christoph Spycher und Transferchef Mathieu Beda verblieben?
Wir hatten auch mit ihnen Gespräche. Wir alle wissen, was das Beste für mich ist.

In einem Jahr sind Sie 24 Jahre alt. Für einen ersten Auslandswechsel ist das bereits recht spät.
Ja. Alles wird kommen, wie es kommen muss.

Die Nati würde da sicher helfen.
Es ist ein Bonus, ja.

Gewinnt YB in Lugano?
Ich hoffe es. Alle sind extrem motiviert.

Das tönt nicht restlos überzeugt …
Doch, doch: Ich bin überzeugt, dass wir gewinnen werden!

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Mannschaft

SP

TD

PT

1

FC Lugano

FC Lugano

6

13

18

2

BSC Young Boys

BSC Young Boys

7

12

15

3

FC Sion

FC Sion

6

3

12

4

FC St. Gallen

FC St. Gallen

6

1

10

5

FC Basel

FC Basel

7

0

10

6

FC Luzern

FC Luzern

7

-3

9

7

FC Thun

FC Thun

6

-6

7

8

FC Zürich

FC Zürich

7

-7

7

9

FC Vaduz

FC Vaduz

7

-1

6

10

FC Lausanne-Sport

FC Lausanne-Sport

7

-3

6

11

Grasshopper Club Zürich

Grasshopper Club Zürich

6

-5

5

12

Servette FC

Servette FC

6

-4

4

Meisterschaftsrunde

Abstiegsrunde