Kreta und Türkei in Flammen: Feuerwehrleute sterben, als der Wind dreht – Tausende Urlauber fliehen

Zwei Retter tot, 8000 Urlauber evakuiert: Kreta und Türkei kämpfen gegen Flammen-Inferno

Stand: 30.07.2026, 22:22 Uhr

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Waldbrände wüten in Griechenland und in der Türkei. Auf Kreta wurden 8000 Menschen evakuiert, während die türkischen Einsatzkräfte gegen 115 Feuer ankämpfen.

Rethymno – Nach Frankreich und Spanien wüten nun auch schwere Waldbrände auf der griechischen Insel Kreta und in der Türkei. Auf Kreta sind mindestens zwei Feuerwehrleute ums Leben gekommen. Rund 8000 Menschen wurden vorübergehend in Sicherheit gebracht. Für deutsche Urlauber sind beide Regionen beliebte Sommerreiseziele – die Lage bleibt angespannt.

Ein Waldbrand wütet in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta.

Ein Waldbrand wütet in der Region Rethymno auf der südgriechischen Insel Kreta. © Giannis Angelakis/AP/dpa

Am Mittwochabend (29. Juli) brach südlich der Stadt Rethymno ein Waldbrand aus. Starke Winde fachten die Flammen an. Rund 8000 Menschen wurden evakuiert, darunter Urlauber aus dem Ferienort Agia Galini. Ein Video der Polizei zeigt, wie die Küstenwache Menschen mit Booten in Sicherheit brachte. Am Donnerstag (30. Juli) rettete die Küstenwache weitere rund 50 Menschen aus einem verrauchten Küstenabschnitt nahe Preveli, wie der griechische Rundfunk ERT berichtete.

Waldbrände in Griechenland fordern zwei Todesopfer – Urlauber evakuiert

Nach Angaben der Agence France-Presse (AFP) kamen zwei Feuerwehrleute in den Flammen auf Kreta ums Leben. Sie wurden auf einer Bergstraße nahe dem Dorf Krya Vrysi von Flammen eingeschlossen, als sich der Wind drehte. Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, dass allein am Mittwoch bei den Waldbränden in Griechenland drei Einsatzkräfte ums Leben kamen (Stand: 30. Juli). Vier weitere Feuerwehrleute wurden nach Angaben des Rettungsdienstes vor Ort leicht verletzt.

Neben einem zweiten Brand nahe Preveli brach am Donnerstagnachmittag nahe dem Dorf Asomatos ein weiterer Brand aus – rund 60 Kilometer vom ersten Brandherd entfernt. Die Behörden riefen vorsorglich zu Evakuierungen auf. Drei Hubschrauber und mehr als 70 Feuerwehrleute wurden entsandt. Zeitweise waren auf Kreta insgesamt 300 Feuerwehrleute im Einsatz.

Der nationale Wetterdienst in Athen warnte, der Wind im Süden Kretas könnte den ganzen Tag über „sehr stark“ bleiben. Demnach bildete sich durch die Winde eine Feuerfront von über zwölf Kilometern Länge. Eine Meteorologin sprach im griechischen Rundfunk von einem „unglaublichen Phänomen“ mit orkanartigen Nordwinden in der südlichen Ägäis. Eine Entspannung der Wetterlage ist nach Einschätzung der Wetterexperten vor Ort erst ab Freitagabend (31. Juli) zu erwarten.

Gleichzeitig brachen auf den Ägäis-Inseln Andros, Kalymnos und Paros kleinere Brände aus. Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis warnte, dem Land würden „schwierige Tage“ bevorstehen. Der August sei „traditionell ein komplizierter Monat“, sagte er vor der Sitzung des Ministerrats. Die Bürger rief er auf, „größtmögliche Vorsicht“ walten zu lassen.

Flammen in der Türkei – 115 Brände lodern an der Mittelmeerküste

Auch die Türkei kämpft gegen eine Welle verheerender Waldbrände. Am Donnerstag loderten dort insgesamt 115 Feuer, vorwiegend an der Mittelmeerküste. 110 davon seien unter Kontrolle, erklärte Landwirtschaftsminister Ibrahim Yumakli laut AFP. 69 Brände seien „außerhalb von Waldgebieten“ ausgebrochen. Die Forstbehörde in der Türkei teilte mit, die am Mittwoch durch starke Winde ausgelösten Brände würden durch „intensive Einsätze aus der Luft und am Boden“ bekämpft.

Besonders betroffen sind die türkischen Urlaubsregionen zwischen Antalya und Alanya sowie Muğla und Fethiye, wo sich haufenweise Ferienanlagen aneinanderreihen. Minister Yumakli erklärte, die vier größten Brände in den Regionen Mugla, Antalya und Kas, Balikesir sowie Canakkale seien „weitgehend unter Kontrolle“. Wie groß die betroffenen Flächen sind, teilte er nicht mit. Die Präfektur von Muğla teilte später mit, dass in Fethiye wieder ein Brand ausgebrochen sei.

Der Gouverneur der Provinz Balikesir, Ismail Ustaoglu, beschrieb den Einsatz: „Fünf Flugzeuge, sechs Hubschrauber, 850 Einsatzkräfte und Hunderte Fahrzeuge“ seien im Einsatz. In der Provinz wüteten demnach Brände rund um das Olivenanbaugebiet Ayvalik. Das Agrarministerium schickte Warnungen per Textnachricht an Einwohner besonders gefährdeter Gebiete.

Weiter Waldbrände in Spanien und Frankreich – Lage entspannt sich

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hob den nationalen Notstand nach Erfolgen bei der Brandbekämpfung dagegen wieder auf. Im Waldbrandgebiet nahe Madrid gebe es „kaum noch Flammen“, teilten die Behörden mit. Die meisten Evakuierten durften in ihre Häuser zurückkehren. Die Präfektur von Madrid warnte jedoch vor neuen Bränden durch die aktuelle Hitzewelle.

Ein neu ausgebrochenes Feuer nahe der Grenze zu Portugal vernichtete binnen 24 Stunden 11.000 Hektar Land. Zum Vergleich: Das entspricht mehr als dem gesamten Stadtgebiet von Paris. Der Bürgermeister von Fermoselle beschrieb gegenüber AFP eine „Hölle“ und einen „Flammentunnel“. Mehr als 800 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Im Nachbarland Portugal wurden derweil 800 Feuerwehrleute mobilisiert, um einen Brand im Norden des Landes zu bekämpfen.

Im Südwesten Frankreichs entspannt sich die Lage: Der Brand nahe Bordeaux war am Donnerstagmorgen „weiterhin stabil“. Es besteht die Hoffnung, dass die rund über 200.000 evakuierten Einwohner bald in ihre Häuser zurückkehren können. Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt: Unter der Erde lauern sogenannte Zombiefeuer. (Quellen: AFP, dpa) (cln)