Zweitjüngster Bürgermeister Ricardo Gräf in Wildeck vereidigt

Stand: 15.08.2026, 13:30 Uhr

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Ricardo Gräf eingeschworen, neuer Bürgermeister Wildeck

Landrat Torsten Warnecke (von links) dankte dem scheidenden Bürgermeister Alexander Wirth und überbrachte Glückwünsche für den neuen Bürgermeister der Gemeinde, Ricardo Gräf. © Wilfried Apel

Ricardo Gräf ist in Wildeck offiziell ins Amt eingeführt worden. Mit nur 35 Jahren ist er der zweitjüngste Bürgermeister in der Geschichte der Gemeinde.

Wildeck – Überaus harmonisch verlief vor großem Publikum im Obersuhler Bürgerhaus die Verabschiedung von Wildecks Bürgermeister Alexander Wirth. Im Rahmen der gleichen Gemeindevertretersitzung wurde auch Ricardo Gräf verpflichtet. Vor fünf Monaten war Gräf mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gewählt worden. Fast zwei Stunden lang wurde dem abtretenden „lieben Alexander“ gedankt und dem antretenden „lieben Ricardo“ alles Gute gewünscht.

Ricardo Gräf eingeschworen, neuer Bürgermeister Wildeck

Eine Zuckertüte zum Start ins Bürgermeister-Leben: Ricardo Gräf (von links) posierte fürs Foto mit den Erzieherinnen Ursula Apel, Franziska Kleinwächter, Kirstin Schrön und Ute Schäfer-Wohlfahrth. © Wilfried Apel

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Steffen Sauer, bewältigte die Sitzung des Hohen Hauses mit Tempo. Er ermunterte dazu, doch immer so zahlreich vorbeizuschauen, ehe er dem schon in Urlaub befindlichen Bürgermeister Wirth das Wort erteilte. Der blickte in einer Rede auf seine zwölf Amtsjahre zurück, in denen Wildeck vorangebracht worden sei. Allerdings habe er auch schwere Entscheidungen getroffen. Seinem Nachfolger wünschte Wirth Kraft, Augenmaß, erfüllende Momente sowie Unterstützung durch die Gremien.

Anforderungen werden größer

Sauer bescheinigte Wirth – wie später alle Redner – eine gute Arbeit in einer Zeit, in der vieles ins Wanken geraten sei. Die Anforderungen an die Kommunen würden größer. Gleichzeitig erlebe man Anfeindungen, da bleibe Widerspruch nicht immer sachlich. Dem wolle sich der neugewählte Bürgermeister „mit offenen Augen“ und „mit Engagement für andere“ stellen. „Bewahre Dir die Nähe zu den Menschen, nehme Kritik ernst und suche das Gespräch“, rief Sauer dem angehenden Rathauschef zu, ehe er ihm Respekt und Unterstützung durch die Gremien zusicherte und ihn zusammen mit Wirth verpflichtete und vereidigte.

Mitmachen erwünscht

Mit Amtskette, die Wirth ihm umgehängt hatte, umriss Ricardo Gräf, nachdem er Wirth für dessen Einsatz und die gute Einarbeitung gedankt hatte, wie er als Bürgermeister mit der ihm eigenen Bodenständigkeit agieren wolle. Es gelte, den Blick auf „das wirklich Machbare“ zu richten und „keine Luftschlösser“ zu bauen: „Nicht schneller als wir können. Aber auch nicht langsamer, als wir müssen.“

Unabdingbar sei eine solide Finanzpolitik mit stabilen Haushalten: „Nur wenn wir heute verantwortungsvoll wirtschaften und die Weichen stellen, können wir morgen investieren und unsere Gemeinde für die nachfolgenden Generationen verantwortungsvoll weiterentwickeln.“

Ausdrücklich rief Gräf seine Mitbürger und alle Wildecker Institutionen dazu auf, sich einzubringen und das Gemeinwesen aktiv mitzugestalten: „Meine Tür wird offenstehen.“ Insoweit wünsche er sich allerdings auch, dass man Kritik mit Respekt verbinde und fair im Umgang miteinander bleibe. Abschließend dankte er allen, die ihn auf seinem bisherigen Weg unterstützt haben, insbesondere „seiner“ FWG, seinem verstorbenen Kumpel Sven, seiner Familie und seinem Partner Florian.

Viele gute Wünsche

Mit nur 35 Jahren ist Gräf der zweitjüngste Bürgermeister in der Wildecker Geschichte. Die FWG-Fraktionsvorsitzende Annalena Sauer war ebenfalls unter den Gratulanten. Sie stellte Gräfs Fähigkeit heraus, Menschen zu verbinden, und versprach, für ihn „da zu sein, wenn’s schwierig wird“. Es folgten Gräfs Gegenkandidat Meik Dickmann (Miteinander für Wildeck), Luisa Wunn (SPD), Andreas Havasi (CDU) und Martina Selzer (Bündnis 90 /Grüne).

Von außerhalb überbrachten unter anderem Glückwünsche der mit einer seiner obligatorischen Stracken erschienene Landrat Torsten Warnecke („Es geht ums Teilen.“), Bürgermeister Thomas Rohrbach als Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisversammlung, Nachbarbürgermeister Julian Kempka, die Pfarrer Juliane und Andreas Schmidt-Wecken und viele weitere. Draußen vor der Tür gab’s im Anschluss Bratwurst und Bier für alle – und Blasmusik.