Zweitschlechteste SMI-Aktie der Woche: Der Fall geht immer tiefer | cash
Börse
Die Aktie von Amrize gerät immer mehr unter Druck. Ein US-Analyst prophezeit ein neues Rekordtief.
18.09.2026 14:00
Von Daniel Hügli

Ein Fahrzeug von Amrize verziert mit Lichterketten.
Quelle: LinkedInDie Aktie des Baustoff-Spezialisten Amrize hat in dieser Woche weitere 4,8 Prozent verloren und liegt punkto Performance auf dem zweitletzten Platz im Swiss Market Index seit Montag. Schlechter war nur noch die UBS-Aktie (minus 5,3 Prozent). Amrize ist seit Jahresbeginn damit auch die elftschlechteste Aktie aller im Swiss Performance Index erfassten Schweizer Aktien. Der Jahresverlust beträgt 28 Prozent.
Am Freitag gesellte sich ein weiterer Analyst zur Gruppe von zunehmend negativ eingestellten Experten. Der US-Broker Jefferies senkte das Kursziel für die Aktie auf ein neues Rekordtief 30,60 von zuvor 41,40 Franken. Die Anlageempfehlung lautet weiter «Hold». Derzeit notiert der Titel bei 31,51 Franken nach einem weiteren Verlust von 1 Prozent am Freitag.
Im Hinblick auf die Quartalszahlen von Amrize in der letzten Oktoberwoche nimmt die zuständige Analystin eine vorsichtigere Haltung ein. Insbesondere bei den Absatzvolumen im Baustoffgeschäft rechnet sie für das dritte Quartal mit einer schwächeren Entwicklung. Zudem dürfte die Profitabilität im Bereich Building Envelope wegen der verzögerten Wirkung von Preiserhöhungen weiterhin unter Druck stehen.
Für eine positivere Einschätzung brauche es mehr Zuversicht in das organische Wachstum, insbesondere durch Fortschritte bei den Preisen, schreibt die Analystin von Jefferies am Freitag. Bis dahin dürften Übernahmen als Wachstumstreiber stärker in den Fokus rücken.
Holcim brachte sein US-Baugeschäft im Juni 2025 unter dem Namen Amrize an die US-Börse mit Dual-Listing an der SIX. Das Ziel war es, in den USA eine höhere Bewertung für das Geschäft zu erzielen. Das ist mit Blick auf den Aktienkurs – der Titel startete am ersten Börsentag mit 46 Franken – bislang nicht gelungen.
Jan Jenisch «eher enttäuschend»
Amrize wird von Jan Jenisch – dem früheren Präsidenten und CEO von Holcim – in Doppelfunktion als Konzernchef und Präsident des Verwaltungsrats geführt. Er hat mit den Ergebnissen und dem Ausblick bislang «eher enttäuscht», sagte Martin Hüsler, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank, zur «Bilanz». Das Unternehmen sei verhaltener unterwegs, als man sich das vor einem Jahr vorgestellt habe. Jenisch liegt laut Hüsler hinter seinem eigenen mittelfristigen Fahrplan zurück.
Irritierend wirkten zuletzt auch Personalmassnahmen auf höchster Management-Ebene. So wurde Mitte September der Chef der Sparte Building Envelope per sofort ausgewechselt. Wenige Wochen zuvor trat Finanzchef Baris Oran aus persönlichen Gründen nach nur wenigen Monaten im Amt mit sofortiger Wirkung zurück.
Amrize hatte gehofft, sich in den USA neue Investorenkreise zu erschliessen. Das ist bislang nicht in ausreichendem Mass gelungen. Die Amrize-Aktie hat allerdings mit dem gesamten US-Bausektor gelitten. Die Bauunternehmen kämpfen gegen das hohe Zinsniveau, was den Aufschub von Investitionen zur Folge hat.
Die jüngste Leitzinserhöhung in den USA ist hier sicher keine Hilfe. Anleger sollten mit einem allfälligen Engagement abwarten, bis sich die Zinsausrichtungen in den USA ändern.
Dem Optimismus der Analysten kann also durchaus mit einer gewissen Skepsis begegnet werden. 13 Experten haben ein «Kaufen»-Rating, deren 11 ein «Halten» und nur einer eine «Verkaufen»-Empfehlung. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 45 Franken, was einem Aufwärtspotenzial von 42 Prozent entspricht.
Die besten SMI-Aktien in dieser Woche waren Roche (plus 5 Prozent) und Novartis (plus 3,8 Prozent). Am breiten Markt fielen am oberen Ende DocMorris und Tecan auf (je rund 10 Prozent Plus), am unteren Ende Rieter (minus 23 Prozent) und Jungfraubahnen (minus 11 Prozent).